Turbine Halle E1-Junioren
Spielberichte
Stadtpokal-Viertelfinale am 30.11.2019 - Polizei SV Halle vs. Turbine Halle 2:3 (1:0)

von Sven Ziegler

Nach dem Spiel waren sich die anwesenden Eltern einig: „Der Trainer darf bleiben“. So läuft eben das Geschäft im knallharten E-Jugend-Ellenbogenbereich. Der 3:2-Auswärtserfolg beim Polizeiportverein bedeutet somit ein geruhsames Weihnachtsfest unter dem vom Klimawandel bedrohten aussterbenden Borkenkäferweihnachtsbaum. Dank eines überragenden Johannes V. konnte ein Pausenrückstand und somit das Schicksal eines Unai Emery abgewendet werden. Nun kann natürlich ein Unai Emery auch nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses täglich dreimal warm essen, ein E-Jugendtrainer müsste sich aber schon nach Verlassen des Vereinsgeländes zwischen REWE und Penny entscheiden. Dass es bei REWE bleibt, ist einer deutlichen Steigerung unserer Mannschaft in Halbzeit zwei zu verdanken, die im ersten Durchgang, wenn auch durch einige Absagen personell geschwächt, an ein Altherrenteam mit Respektrentenanspruch nach dessen Zenitüberschreitung erinnerte. Tempo und Präzision waren dermaßen und weit außerhalb des Aktionsradius, das der Eindruck entstand, unter der Woche wird  Sackhüpfen und Eierlaufen trainiert. Kämpferisch konnte man dem Team keinen Vorwurf machen, aber spielerisch bewegte es sich auf Höhe einer Bürostuhlkonferenz. Klar, Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze, aber dies bedeutet ja nicht automatisch, das das gelernte und trainierte in der Kabine bleibt. Bleibt zu hoffen, das im erreichten Halbfinale ein anderes Gesicht der Mannschaft zu sehen sein wird; Großer Dank gilt unseren „Aushilfsspielern“ Eric und Yugo aus der E2, ohne die wir wahrscheinlich noch weniger Freude am Galgenberggastspiel gehabt hätten. Freuen wir uns auf die spielfreien Adventssonntage, auf die Weihnachtseinkäufe bei REWE und auf die Leistungsexplosion der Mannschaft im März. Sport frei.

Turbine: Franz; Robert, Johannes, Emil, Eric, Yugo, Ferdi, Collin, Friedrich, Richard, Henning

 


4.Spieltag am 23.9.2019 - Turbine Halle vs. VfL 96 Halle (U10) 2:2

Mondays for Matchday

von Sven Ziegler

Über 10.000 Besucher sahen sich das Gastspiel der kleinen Bayern im September gegen den HFC an einem Montag an. Gegen Münster am vergangenen Samstag waren es, obwohl der HFC als Tabellenführer in den Spieltag ging, nur 9000. Ein klares Bekenntnis der Hallenser zum Montag, wenn wahrscheinlich auch unbewusst. Der nicht nur im Sport ungeliebte Montag, verhasst als übermüdeter Wochenbeginner mit dem Makel, fernab des Wochenendes zu sein, besitzt durchaus Perspektiven, dieses Image abzulegen. "Mondays for Matchday" als Gegenentwurf zum Wochenende, an dem der Fußball mit der Familie kollidiert, an welchem nicht nur die Oma Opas Geburtstag feiert, an dem Radtouren, Kochkurse, Kuchenbasare und Kulturveranstaltungen ein Überangebot bilden. All diese Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, finden an Montagen nicht oder nur eingeschränkt statt; somit der ideale Platz für das Spiel mit dem Ball. Gleichbedeutend würde der Montag aufgewertet, da ja der Lieblingsverein sich am Abend in Schale wirft. Dies gilt übrigens nicht nur für den Fernsehfußball, auch im Jugendbereich spricht alles für den Montag. Wochenendabsagen sind ein Leid der Nachwuchstrainer. Hochzeiten, Ausflüge, Paddeltouren, Spaziergänge mit der Tante, Klavierkonzerte; alles Gründe für die leider immer wiederkehrende Absageflut auf den Smartphonen der Trainergemeinde, die an Montagen nachweisbar auf ein Minimum reduziert werden. Freitags die Welt retten, an den Wochenenden die Familie und montags den Fußball. Mehr Kompromissbereitschaft würde selbst Kanzlerin Merkel nicht einfallen.

Ach ja, gespielt wurde natürlich auch, Turbine vs. VfL; ein flottes, hochklassiges Derby, wie es die Liga leider viel zu selten erlebt. 2:2 trennten sich beide Kontrahenten. Klasse Tore von Emil und Ede bescherten der Heimelf, die spielerisch und kämpferisch eine klasse Leistung zeigte, einen Punkt gegen den Spitzenreiter.